Geschichtliche Abhandlungen

Reitergeneral Jan von Werth in Puffendorf geboren

von Hans Kunnes, Baesweiler

Verschiedene Publikationen befassen sich mit dem Leben und Wirken des berühmten Reitergenerals und Heer-führers im „Dreißigjährigen Krieg" Jan von Werth. Es soll mit dieser Folge nicht der Kriegsheld oder gar der Krieg verherrlicht werden, weil uns die Geschichte lehrt, dass Waffengewalt kein zulässiges oder verantwort--bares Mittel ist zur Vergrößerung politischer Macht oder zur Durchsetzung religöser Überzeugungen. Der

tollkühne und volkstümliche Held aus dem Herzogtum Jülich - Kleve - Berg verdient es, entsprechend gewürdigt zu werden, weil er sich auch um unsere Heimat verdient gemacht hat, indem er half, die fremden Heere aus Deutschland zu vertreiben. Aus vielen Schlachten ging er, obschon er sich mit seinen Mannen oft in Unterzahl befand, aufgrund der genialen Führung seiner Steitmacht siegreich hervor.

Im „Dreißigjährigen Krieg" ging es um die Austragung religiös-politischer Gegensätze. Er begann am 23. Mai 1618 mit dem „Prager Fenstersturz". 1620 traten Schweden, 1625 Dänemark und 1635 Frankreich in den Krieg ein. Infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen mit der damaligen Großmacht Habsburg und der daraus resultierenden wirtschaftlichen Not verloren mehr als die Hälfte der Menschen in Mitteleuropa ihr Leben. Die Mitwirkung des Jan von Werth, dem Reitergeneral in bayrisch-habsburgischen Diensten, trug wesentlich zur Befriedung unseres Raumes bei.

Im Jahre 1997 versuchte die Sebastianus-Schützenbruderschaft in Büttgen bei Neuß in einer 160seitigen Schrift nachzuweisen, dass nicht Puffendorf, sondern Büttgen als Geburtsort des Jan von Werth infragekommt, den Be-weis konnte sie aber nicht antreten. Im übrigen nehmen mehrere Orte für sich in Anspruch, der Geburtsort zu sein, unter anderen auch Linnich.

Die Verbindung Jan von Werths zu unserer Heimat wird auch in dem am 23. Dez. 1638 für ihn getätigten Kauf des Schlosses Kellenberg in Barmen deutlich : Weil sich Werth in französicher Gefangenschaft befindet, tritt seine Mutter Elisabeth von Streithagen für ihn als Käuferin auf. Auf Kellenberg läßt sich seine Schwester Johan-na von Werth, (verheiratet mit dem Kellenberger Rentmeister Johannes de Virssen) nachweisen, sie tritt im Bar-mener Kirchenbuch mehrmals als Patin auf (1643:"Joanna sorror =Schwester Exell. Baro de Wirth").

Nach Auswertung aller verfügbaren Quellen wurde Jan von Werth am 6 April 1591 in Puffendorf als Sohn von Johann von Werth und Elisabeth von Streithagen geboren. Seine Eltern heirateten um 1590 und wohnten zu-nächst in Puffendorf. Jan war das älteste von 9 Kindern. Er verbrachte einige Jahre dort und zog dann mit seinen Eltern nach Büttgen bei Neuß. Im Pfarrhaus in Neersen hängt ein Original-Porträt Jan von Werths aus dem Jahre 1650 mit einer Altersangabe von 59 Jahren.

Am 16. Sept.1652 verstarb der berühmte Heerführer auf seinem Schloß Benatek (40 km nordöstlich von Prag). Auf seinem Grabstein ist vermerkt: „ex terra Juliacensis progenius" = Sproß aus dem Jülicher Land. In seinem Testament vom 12. Sept. 1652 wird die Pfarre in Büttgen mit mehreren Messen- und Armenstiftungen bedacht. Daraus aber einen Beweis auf seinen Geburtsort herzuleiten, ist nicht realistisch. Es gibt auch keine Eintragung über eine Taufe in den entsprechenden Kirchenbüchern.

Quellen:

  • Büttgen Heft 15 aus 1997
  • Geschichtsverein Linnich 1992