Die Förderung der Gemeinschaft aller Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt ist besonders wichtig

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mit vielen von Ihnen konnte ich beim Neujahrsempfang bereits persönlich auf das neue Jahr anstoßen. Allen anderen Mitbürgerinnen und Mitbürgern wünsche ich an dieser Stelle ein gutes, gesundes, glückliches, zufriedenes und erfolgreiches Jahr 2018. 

Es hat mich beeindruckt und sehr gefreut, dass wieder so viele Gäste unserer Einladung zum Neujahrsempfang gefolgt sind. Das gut gefüllte Pädagogische Zentrum und die vielen Hände, die ich schütteln durfte, waren ein deutliches Indiz dafür, dass viele Mitbürgerinnen und Mitbürger ein ungebrochenes Interesse an der Entwicklung unserer Stadt und an einem geselligen Jahresanfang haben, auch dann, wenn kein Baesweiler Ehrenlöwe verliehen wird. 

Gerne möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf das alte Jahr zurückblicken und wichtige Aspekte des neuen Jahres 2018 ansprechen. 

Sie werden sich erinnern, dass der Rückblick des letzten Jahres geprägt war von Gewalttaten und Anschlägen, aber auch gezeichnet war von radikalem islamistischem Terror, den wir weltweit beobachten mussten. Diese Gefahren sind nicht geringer geworden. Wir leben nach wie vor in Sorge vor weiteren Anschlägen und Bedrohungen. Unser Leben darf jedoch nicht von Angst und Ohnmacht bestimmt sein. Wir müssen unser Leben mit Vorsicht, aber auch mit Optimismus und Offenheit gestalten. Meinen Wunsch des letzten Jahres wiederhole ich daher sehr gerne: Ich wünsche uns, dass wir näher zusammenrücken und dass die Gemeinschaft in dem Sinne wächst, dass wir das Leben empfindsamer, zugewandter und hilfsbereiter gestalten. 

Zugegeben, Vertrauen in die Weltpolitik zu entwickeln, fällt zunehmend schwer. Wir haben es mit Staatschefs zu tun, die dieses Vertrauen nicht begründen – sei es in den USA, in Russland, in Nord-Korea, Syrien, in der Türkei, aber auch immer mehr in europäischen Staaten, die sich einer Mitverantwortung im Sinne des europäischen Gedankens verschließen und demokratische Werte missachten. Hinzu kommt, dass der Populismus sehr an Bedeutung zugenommen hat. Bestimmte politische Gruppierungen setzen alles daran, Unzufriedenheit und Pessimismus zu verbreiten. In Zeiten, in denen die wirtschaftliche Lage hervorragend ist, wird deutlich, dass der Aufschwung und die Börsenentwicklung nicht allein für die Zufriedenheit der Menschen entscheidend sind. Der Staat ist aufgefordert, alle Bürger mitzunehmen, allen eine Perspektive zu geben und sie von der wirtschaftlichen Lage profitieren zu lassen. Nur mit einer sozial ausgewogenen Politik, die jedem eine Chance bietet, kann es uns gelingen, den Eindruck von Ausweglosigkeit und Fremdbestimmtheit zu nehmen. Nur so kann eine Perspektive aufgezeigt werden. Dies gilt insbesondere auf Bundesebene für die dortigen Akteure. Es kann nicht sein, dass ein halbes Jahr und mehr nötig sind, um eine Regierung in einem bedeutenden Staat, wie es die Bundesrepublik Deutschland ist, zustande zu bringen. 

Zuletzt war in der Aachener Zeitung vom Zukunftsforscher Horst Opaschowski zu lesen, der erklärte: „Je besser es den Leuten geht, umso schlechter ist die Stimmung. Die Unzufriedenheit im Wohlstandswunderland nimmt generell zu. Hier wird deutlich, dass Überfluss allein am Ende auch nicht glücklich macht.“ Zunehmend betrachten die Menschen das kommende Jahr mit großer Skepsis und gemischten Gefühlen. Große Sorgen bereiten die Themen sozialer Friede, Kriminalität und Gewaltbereitschaft. Ein Aspekt, der immer noch als Ursache für die vielfachen Sorgen vorgetragen wird, ist die seit zwei Jahren bestehende Aufgabe der Unterbringung und Integration von Asylbewerbern. Meines Erachtens ist dieser Umstand nicht mehr als derart bedeutend zu bewerten, dass daraus Missstimmung und Frust entstehen könnten. Die den Städten auferlegte Pflicht zur Unterbringung von Asylbewerbern wurde in den letzten Jahren von vielen Bürgerinnen und Bürgern, von Rat und Verwaltung mit großem Engagement erfüllt. Es bleibt unzweifelhaft die bedeutende Aufgabe der Integration. Hier dürfen die Kommunen nicht länger allein gelassen werden. Gerade bei der Unterbringung von abgelehnten und geduldeten Asylbewerbern ist einiges zu kritisieren. Es kann nicht sein, dass das Land diese geduldeten und abgelehnten Asylbewerber nicht in den leerstehenden zentralen Einrichtungen vorübergehend unterbringt, sondern sie ohne Kostenerstattung den Kommunen zuweist. Dies ist nicht hinnehmbar, zum einen unter dem Aspekt der zu tragenden Kosten, zum anderen aber auch wegen der Perspektivlosigkeit der Integrationsbemühungen bei einer begrenzten Aufenthaltsdauer. Ziel sollte es sein, dass sich die Kommunen auf diejenigen konzentrieren können, die als Geflüchtete und Asylberechtigte anerkannt worden sind und eine Bleibeperspektive in diesem Land haben. Ihnen muss in Bezug auf Sprache, Ausbildung, Beruf aber auch im sozialen Umfeld Hilfe und Stabilität gegeben werden. 

Ich komme zu einem wesentlichen Thema, das insbesondere frühere Bergbau- und Industriestädte immer noch vor eine große Herausforderung stellt. Eine besondere Aufgabenstellung besteht darin, die Integration von Migrantinnen und Migranten voranzureiben. Sie leben teilweise in nicht geringer Zahl seit Jahrzehnten in den Städten Deutschlands, so auch in unserer Stadt, ein Großteil schon in der zweiten oder dritten Generation. Ein nicht geringer Prozentsatz hat hier dauerhaft die Heimat gefunden, ist integriert und trägt zu der positiven Entwicklung unserer Stadt bei. Hierfür danke ich ihnen. Es ist erfreulich festzustellen, dass diese Mitbürger unter Wahrung ihrer Religion und Kultur am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, Kontakte pflegen und Freundschaften begründen. Andererseits gibt es einen nicht geringen Teil von Migranten, die in der Integration nur sehr kleine Schritte machen und bei denen leider Anzeichen für eine Parallelgesellschaft erkennbar sind. Nicht wenige Migranten weisen Integrationsdefizite auf. Eine wesentliche Aufgabe auf dem Weg zur Integration ist die Verbesserung des Bildungsgrades. Ein möglichst hoher Bildungsstand ist das entscheidende Kriterium für die erfolgreiche Integration oder um mit den Worten der Integrationsbeauftragten des Bundes zu sprechen: „Nur gute Deutschkenntnisse, ein Schulabschluss sowie eine fundierte Ausbildung eröffnen die Chance für eine erfolgreiche Zukunft.“ Die Stadt Baesweiler ist mit vielseitigen Angeboten und großen Anstrengungen u. a. im Haus Setterich, beim Nachbarschaftstreff und in anderen Einrichtungen auf einem guten Weg, der jedoch von allen angenommen und genutzt werden sollte. 

Ich komme zu einem anderen wesentlichen Aspekt: Unabhängig von der Frage der Integration ist mir die Förderung der Gemeinschaft aller Bürger unserer Stadt besonders wichtig. Hier in Baesweiler leben wir in einer weltoffenen Gemeinschaft. Unsere sieben Stadtteile bieten beste Voraussetzungen für ein nachbarschaftliches, kontaktfreudiges und hilfsbereites Miteinander, insbesondere auch für die vielen Neubürger. Viele Vereinsakteure leisten einen unvorstellbar großen Beitrag für ein gutes Miteinander. Jeder, der interessiert und motiviert ist, kann Kontakte knüpfen und sich in einer tollen Gemeinschaft integrieren, Beiträge zur positiven Entwicklung leisten und Gemeinschaft erleben. Über 160 Vereine leisten sehr viel. Nicht nur das Angebot zur Freizeitgestaltung, nein auch Impulse zur sozialen Integration werden hier gesetzt. Dafür bin ich allen Akteuren dankbar. Zum Glück leben wir nicht in einer anonymen Großstadt in Isolation und Vereinsamung und dürfen auch in den kleineren Stadtteilen oder in den neu geschaffenen Quartieren keine Kontaktarmut, Beziehungslosigkeit und Verschlossenheit entstehen zu lassen. Dies gelingt in einigen Gemeinschaften hervorragend. Unser erreichtes Ziel, in den kleineren Stadtteilen Kindergärten und Grundschulen zu erhalten, war und ist hier von überaus großer Bedeutung. Nur so gelingt es, junge Familien und Kinder in eine Gemeinschaft aufzunehmen, die das Miteinander fördert und das Dorf noch als wichtigen Lebensraum erhält. Andererseits muss man erkennen, dass wesentliche Elemente, die eine Dorfgemeinschaft ausmachen, dem allgemeinen Trend folgend, gravierend an Bedeutung verloren haben. Als Beispiel seien genannt die Begegnungen in der Gemeinschaft des Dorfes, in der Kirche, der Kneipe oder beim Einkauf. Gerade in den kleineren Stadtteilen muss man sich der Aufgabe stellen, die Dorfgemeinschaft zu fördern, gemeinsam Aktivitäten zu initiieren, wie das z.B. mit neuen Ansätzen in Beggendorf oder mit vielen Aktivitäten anderswo geschieht. Es muss unsere Aufgabe sein, Begegnungen der Bürgerschaft in den Dörfern oder Stadtquartieren zu fördern, die Kontaktaufnahme zu erleichtern und Nachbarschaftsbeziehungen aufzubauen. Gemeinsam mit den Bürgern, gerade auch den Neubürgern, müssen Dorf- und Wohnbereiche als Lebensmittelpunkt in ihrer Bedeutung gestärkt werden. Die integrierende Funktion von Nachbarschaftsnetzen sollte als Ressource für unsere Zukunft gesehen werden. 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, 

anhand von zehn Punkten will ich darstellen, wo sich unsere Stadt zu Beginn des Jahres 2018 befindet und welche klar umrissenen Ziele in der bewährten Entschlossenheit angegangen werden. 

  1. Wir befinden uns Gott sei Dank in einer Gemeinschaft, die beispielhaft geprägt ist vom Ehrenamt und von einer Vielzahl von Akteuren, die sich in den unterschiedlichen Bereichen für das Gemeinwohl einsetzen. Allen Bürgerinnen und Bürger, die ihre Freizeit für die Jugend- und Sozialarbeit bereitstellen oder sie in der Brauchtumspflege, der Musik, im Sport oder im kirchlichen Bereich investieren gilt mein Dank. Gerne sage ich auch all jenen Danke, die im Stillen dem Nachbarn, dem Familienangehörigen oder dem Freund helfen und nicht im Mittelpunkt stehen wollen. Ich danke den Helferinnen und Helfern bei der Baesweiler Tafel, beim Deutschen Roten Kreuz und vielen weiteren Hilfsorganisationen. Gerne bedanke ich mich wieder in besonderer Weise bei unserer Freiwilligen Feuerwehr. Ein starkes Team, das das Aushängeschild unserer Stadt ist und zu Recht großes Ansehen genießt. Wie ich im letzten Jahr festgestellt habe: Das engagierte Ehrenamt, die uneingeschränkte Hilfsbereitschaft, die Kameradschaft sowie eine durchdachte, gemeinsam getragene Strategie sind Grundlagen dieses Erfolges.
     
  2. In Zeiten der Wohnungsknappheit können wir auf große Planungserfolge verweisen. Das große Baugebiet Kloshaus I ist erschlossen und verzeichnet eine überaus positive Nachfrage. Die ersten Baustellen sind eingerichtet. Zahlreiche weitere Gebiete sind in der Vorbereitung bzw. in der Erschließung gut vorangekommen. Dies gilt für alle Stadtteile. Dabei ist es mir überaus wichtig, dass wir den kleineren Stadteilen Perspektiven aufzeigen, was im Rahmen der Landesplanung sehr schwierig ist. Gerade bei den jetzt beginnenden Beratungen mit der Bezirksregierung zum Regionalplan werden wir alles dransetzen, genügend Planungsfreiheiten zu erhalten, wie es im Grundgesetz im Rahmen der Planungshoheit bei der kommunalen Selbstverwaltung verbrieft ist.

    Einvernehmlich ist es unser Ziel, auch im größeren Rahmen sozial gebundenen Wohnraum entstehen zu lassen, den wir in Zeiten der Wohnungsknappheit bereitstellen müssen. Hier greife ich die Weihnachtsansprache des Kölner Kardinals auf, der zu Recht darauf hinweist, dass Wohnungen nicht nur als Renditeobjekte gewertet werden dürfen. Immobilienspekulanten dürfen nicht das Sagen haben. Es muss ausreichend bezahlbaren Wohnraum geben. Wir sind froh, dass in unserer Stadt derzeit mehr als 90 sozial gebundene Wohnungen in Planung sind.

    Vor Jahren standen wir vor dem großen Problem, was aus der Siedlung Setterich Ost mit etwa 390 Wohneinheiten wird. Eine Siedlung aus den 60ern, die in die Jahre gekommen war und die teilweise einen hohen Sanierungsbedarf aufweist. Es ist gelungen, einen privaten Investor zu finden, der in diesem Bereich Zeichen setzt. Alternativ nach der Entscheidung der Mieter werden Wohnungen grundlegend saniert und modernisiert oder aber - gerade auch im Interesse einer nur sehr geringen Mieterhöhung - so aufgewertet, dass der Wohnwert steigt, das Umfeld aufgewertet und insbesondere die Wärme- und Warmwasserversorgung verbessert wird.
     
  3. Wir fördern unsere vielen Grundschulen und weiterführenden Schulen. Wir sind froh, dass wir mit dem Förderprogramm „Gute Schule“ und dem Kommunalen Investitionsförderprogramm wesentliche Verbesserungen erzielen können. So werden die Mittel aus dem 2. Investitionsprogramm eingesetzt, um die Grundschule Beggendorf grundlegend zu sanieren und die Grundschule Oidtweiler zu erweitern. In beiden Fällen werden beste Voraussetzungen für die Betreuung geschaffen.

    Insbesondere unter dem Aspekt der Integration und der Inklusion fordern wir das Land auf, die personelle Ausstattung an den Grundschulen und der Realschule deutlich zu verbessern. Sprachförderung, Sozialarbeit und ausreichende pädagogische Betreuung sind wichtige Ziele. Hierbei handelt es sich um gesamtgesellschaftliche Aufgaben, die gemeistert werden müssen und nicht allein auf die Kommunen abgewälzt werden können. Daher geht unser Appell an den Bund und das Land, hier deutliche Verbesserungen vorzunehmen.

    Gerade hinsichtlich der Betreuung der Kleinkinder in unseren Kindergärten wurde Vieles erreicht. Gemeinsam mit dem zuständigen Jugendamt werden möglichst bald vier Kindergartengruppen im Bereich Kloshaus, vier weitere im Bereich Ringstraße und weitere Gruppen im Bereich Setterich Nord entstehen. Hier schaffen wir unkompliziert schnell die planerischen Voraussetzungen und setzen auf eine umgehende Realisierung.
     
  4. Wie ernst wir die Gesamtthematik der Sozialpolitik nehmen, sehen Sie daran, dass wir eine der ersten Städte sind, die einen Sozialbericht erstellt haben. Wir setzen alles daran, Schwachstellen festzustellen, zielstrebig wirksam abzubauen und so die Sozialstruktur zu verbessern. Unter Sozialstruktur fällt sicherlich auch die Förderung und Unterstützung der Seniorenpolitik, wo die Stadt Baesweiler durch viele Aktionen Aushängeschild ist und bleiben will. Aus dem Sozialplan wird sich die Bestätigung ergeben, dass sich auf Bundesebene Reformen zur besseren sozialen Absicherung aufdrängen. Dies gilt in besonderer Weise für einen Aspekt, den man im Gespräch mit älteren Bürgerinnen erfährt. Gerade die älteren Mitbürgerinnen, die ihre Pflicht bei der Erziehung der Kinder absolut erfüllt haben, damals nicht oder nur eingeschränkt auf Betreuungsplätze zurückgreifen konnten und deshalb nicht berufstätig waren, erhalten beim Tod des 45 Jahre im Handwerksbereich tätigen Ehepartners eine äußerst geringe Witwenrente, mit der sie den Lebensunterhalt nicht decken und die Miete nicht zahlen können. So sind immer mehr Senioren auf staatliche Hilfe, wie Grundsicherung oder Wohngeld angewiesen. Viele Menschen nehmen die staatliche Hilfe trotz Anspruch aus Scham oder falschem Stolz nicht in Anspruch. Meines Erachtens ist hier der Bund gefordert, insbesondere die Witwenrente deutlich anzuheben.
     
  5. Ich komme zum Klimaschutz. Nicht zuletzt unsere doch gegenüber anderen Kommunen entspanntere finanzielle Situation versetzt uns in die Lage, auch andere Ziele in den Blick zu nehmen: So hat der Stadtrat beschlossen, das für unsere Stadt bestehende Radwegekonzept zu überarbeiten. Viele der Baesweiler Bürgerinnen und Bürger fahren zwischenzeitlich aus Spaß, aus Überzeugung, aber auch zur Gesundheitsvorsorge mit dem Fahrrad. Technische Weiterentwicklungen wie E-Bikes und Pedelecs verschaffen auch den älteren Mitbürgern mehr Bewegungsmöglichkeiten und einen größeren Mobilitätsradius in ihrem Alltag. Dies freut uns als Stadt, denn so können wir auch unseren kleinen Beitrag zum Klimaschutz und zur Luftreinhaltung leisten. Deshalb freue ich mich besonders, dass der Auftrag zur Entwicklung eines Klimaschutzteilkonzeptes „Klimafreundlicher Radverkehr“ vergeben wurde und wir damit unser bestehendes Fahrradkonzept alltagstauglich und bürgerfreundlich weiterentwickeln können.

    Überhaupt sind wir als Stadt auch sonst stolz, in den Bereichen der energetischen Optimierung und des Klimaschutzes punkten zu können. Nach dem Gymnasium wird nun gerade das Hallenbad energetisch aufgewertet. Auch weitere städtische Gebäude befinden sich in Hinblick auf ihre Energieverbräuche, aber auch insgesamt hinsichtlich der Reduzierung ihrer Betriebskosten in der Untersuchung. Den Weg der Betriebskosten- und Energieverbrauchsenkung werden wir konsequent weiter beschreiten. Hierzu diente zuletzt z.B. auch die Anschaffung einiger Elektrofahrzeuge für den Bauhof und die Verwaltung.

    Die Verbesserung der Mobilität innerhalb unserer Stadt, aber auch in die Region hinein ist ebenfalls eines unserer nachhaltigen Ziele, an denen wir gemeinsam mit dem EVS, der ASEAG, aber auch im Rahmen privater Initiativen, wie dem Car-Sharing-Projekt am its arbeiten.
     
  6. Sie werden überrascht sein, dass das mir so wichtige Thema der Wirtschaftsförderung heute nicht die Nummer 1 einnimmt. Unsere Wirtschaftsförderung ist überaus erfolgreich. Nach dem Betriebsbeginn der Firma api sowie der Ansiedlung weiterer Unternehmen haben wir die Zahl von 4.000 Arbeitsplätzen im Gewerbegebiet weit überschritten. Wir können auf eine gesunde Mischung kleiner und mittlerer Unternehmen hinweisen, die unterschiedlichsten Branchen angehören und somit eine möglichst weitgehende Krisensicherheit aufweisen. Neutrale Beobachter erklären, dass in unserer Stadt der Strukturwandel erfolgreich abgeschlossen sei. Strukturwandel bleibt aber eine dauerhafte Aufgabe, der wir uns auch weiterhin stellen! Wir sind stolz, dass unsere Wirtschaftsförderung erfolgreich ist und dass das its als führendes Technologiezentrum seit vielen Jahren zu mehr als 100 % ausgelastet ist. Wir bieten vielen Existenzgründern aus der Region, von den Hochschulen, aber auch aus dem Ausland eine ideale Startmöglichkeit. Unser Biotechnologietag im letzten Monat war Beweis dafür, dass wir als Technologiestandort im Bereich der Biotechnologie landesweit anerkannt sind. Wir weisen eine Vielzahl unterschiedlichster Arbeitsplätze auf. So bin ich glücklich, dass wir für ungelernte, angelernte und qualifizierte Handwerker, Techniker, Wissenschaftler und Ingenieure die besten Startvoraussetzungen bieten. Sehr gerne wiederhole ich meine Feststellung, wonach Qualität für mich bedeutet, dass alle Bürgerinnen und Bürger ihrer Qualifikation und ihrem Interesse entsprechend zukunftssichere Arbeitsplätze finden.

    Es macht Freude festzustellen, dass viele der hier tätigen Arbeitnehmer aus der Region sich am Standort so wohlfühlen, dass sie hier auch Wohnraum nehmen in der Erkenntnis, dass sie für ihre Familie beste Infrastruktur vorfinden. Ich danke allen, die uns bei der Erweiterung unseres Gewerbegebietes unterstützen.

    Wirtschaftsförderung bedeutet für mich auch Stärkung der Zentren. Hier sind wir mit den anstehenden baulichen Veränderungen auf einem guten Weg. Durch das Angebot des Quartiersbüros in der Kückstraße - entsprechend der Vorgabe des Landes - leisten wir umfassende Beratung und Betreuung, greifen Ideen auf und helfen auch im Rahmen der Förderprogramme. Unser Engagement, gerade bei der Förderung des Einzelhandels und der Leerstandsbewältigung, wird von fast allen wahrgenommen, wenn wir auch nicht auf einer Insel leben und den allgemeinen Trend, gerade auf Grund des Internets, nicht vor unserer Stadtgrenze abwehren können.
     
  7. Die Stadtentwicklung hat in unserer Stadt einen bedeutenden Stellenwert. Die anstehende Aufwertung der Kückstraße auf der Grundlage umfassender Bürgerbeteiligungen, die Attraktivierung des Kirchplatzes, insbesondere in Kooperation mit der Pfarre, die Umgestaltung des Bushofes „In der Schaf“ sind wesentliche Schritte. Hinzu kommt die derzeitige Sanierung und Erweiterung des Hallenbades. Ich bin den Verantwortlichen der Bezirksregierung und des Bauministeriums überaus dankbar für die sehr umfassende Unterstützung in Beratung und Finanzierung. Die Stadtentwicklung ist der Beweis für eine umfassende, unkomplizierte, detaillierte Bürgerbeteiligung, die wir in vielerlei Hinsicht durchführen. Beispiele sind auch der Ausbau, die Umgestaltung und Sanierung von Straßen in Wohngebieten, wo wir großen Wert darauf legen, die Bürgerinnen und Bürger umfassend zu beteiligen.
     
  8. Sie wissen, dass wir in Sachen Rathaus große Schritte planen. Zurzeit steht die Vorbereitung eines Architektenwettbewerbes an, mit dem Ziel, einen attraktiven Entwurf für die Erweiterung und Sanierung des Rathauses Baesweiler zu erhalten. Dieses Ziel wird uns einige Jahre beschäftigen. Nach der Sanierung und Erweiterung wird alsdann die Verwaltung konzentriert am Standort Mariastraße untergebracht. Auch hier danke ich den Verantwortlichen der Bezirksregierung und des Ministeriums für die sehr umfassende Beratung und die Zusage der bedeutenden finanziellen Unterstützung. Dankbar bin ich den Damen und Herren des Rates, die in Einmütigkeit diesen Schritt beraten und beschlossen haben.
     
  9. Ich komme zu einem Punkt, der mit wenigen Sätzen abgehandelt werden kann, aber von immenser Bedeutung ist. Der Rat hat den Haushalt 2018 nach vielen Jahren mit einem Plus beschlossen. Der Jahresabschluss 2016 weist ein sehr hohes Plus auf. Die Steuersätze in Baesweiler sind die geringsten in der gesamten Region. Die geringen Hebesätze, insbesondere bei der Grundsteuer B entlasten die Hauseigentümer und über die Nebenkosten auch die Mieter. Alles Zahlen und Daten als Ergebnis eines kostenbewussten Wirtschaftens mit vorzeigbaren Ergebnissen. Gründe mit der Entwicklung sehr zufrieden zu sein!
     
  10. Es ist mir sehr wichtig, meinem starken Verwaltungsteam aus voller Überzeugung zu danken, das sich durch eine beispielhafte Bürgernähe, Teamgeist, Kreativität und Kostenbewusstsein auszeichnet. Die positive Entwicklung unserer Stadt ist das Ergebnis des Engagements aller Mitarbeiter. Abschließend möchte ich den Damen und Herren des Rates und den vielen sachkundigen Bürgerinnen und Bürgern sowie Einwohnern für ihre sachbezogene und engagierte Arbeit herzlich danken. Die Zusammenarbeit ist erfolgsorientiert und sachlich, sie ist geprägt von gegenseitiger Achtung mit dem Ziel, das Beste für unsere Stadt zu bewirken.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, 

ich wünsche mir für das neue Jahr ein offenes und angenehmes Miteinander mit Ihnen und die Fortsetzung des uneingeschränkten Vertrauensverhältnisses. Gerne biete ich Ihnen auch weiterhin einen kreativen Dialog an. Lassen Sie uns das neue Jahr mit Zuversicht und positiver Einstellung engagiert angehen. Auch wenn wir nicht die Bundespolitik bestimmen, gilt doch folgende Feststellung: Das was wir in unserer Stadt zum Optimismus und zur Zuversicht beitragen können, tun wir gerne. So werden wir auch die neuen Herausforderungen meistern. 

Ihr 

Dr. Willi Linkens
Bürgermeister

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