Deutscher Landschaftsarchitekturpreis

Ritterschlag für den CarlAlexanderPark

(Fr, 11. Sep. 2009, Aachener Nachrichten - Nord / Lokales / Seite 15 von Stefan Klassen)

Das Baesweiler Projekt gewinnt den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2009. Große Freude bei den Verantwortlichen.

Baesweiler/Berlin. "Das ist der absolute Hammer!" Dass seine Dienstreise nach Berlin gestern Abend einen solchen Verlauf nehmen würde, damit hatte Peter Strauch dann doch nicht gerechnet. Im Erich-Klausener-Saal des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung nahm der Erste und Technische Beigeordnete der Stadt Baesweiler zusammen mit den Essener Landschaftsarchitekten Peter Davids und Friedhelm Terfrüchte die bundesweit höchste Auszeichnung ihrer Art entgegen: Das Projekt Carl-Alexander-Park (CAP) hat den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2009 gewonnen.

Zwar hatte Peter Strauch vor Reiseantritt gewusst, dass der CAP unter den ersten Zehn landen würde, "doch das ist Wahnsinn". Rund sieben Jahre lang hatte Strauch federführend für die Stadt Baesweiler das Euregionale-2008-Vorzeigeprojekt Carl-Alex vorangetrieben, gestern gab es dann den Ritterschlag von höchster Stelle. Die Jury des Wettbewerbs, den der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten unter der Schirmherrschaft von Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee alle zwei Jahre auslobt, würdigte das Carl-Alex-Konzept als "überzeugend". Und zwar so überzeugend, dass der CAP mehr als 120 weitere Wettbewerber ausstach. "Ich kenne die hohe Qualität unseres Carl-Alexander-Parks, aber dass wir uns gegen diese große Konkurrenz durchsetzen konnten macht mich umso mehr zufrieden", jubelte Strauch.

Auch rund 550 Kilometer westlich der Bundeshauptstadt war die Freude riesig. "Das ist toll", meinte Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens ob der guten Kunde aus Berlin. "Eine bessere Bestätigung für unser Projekt kann es nicht geben. Ich bin sehr stolz." Das Landschaftsarchitekturbüro Davids/Terfrüchte+Partner habe hervorragende Arbeit geleistet, lobte Linkens.

"Attraktiv und ungewohnt"
Viel Lob gab es gestern Abend bei der feierlichen Preisverleihung im Tiefensee-Ministerium auch von Staatssekretär Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup: "Hervorragend sei die Carl-Alex-Konzeption, in der Region zwischen Aachen, Düsseldorf und Maastricht ist ein Parksystem in der ehemaligen Bergbauregion entstanden, das der ganzen Region Auftrieb gibt". Die Jury attestierte den CAP-Planern: "Es ist gelungen, eine Brücke zu schlagen zwischen den Belangen des Naturschutzes in der vom Bergbau aufgegebenen Landschaft mit ihren weithin sichtbaren Abraumhalden und der menschlichen Entdeckungslust."

Der über die Stahltreppe führende Weg vom Bergfoyer zum Haldenplateau schwebe "attraktiv und ungewohnt verwoben" durch die Baumwipfel. "Die Arbeit überzeugt durch die Konzentration intensiver Nutzung und sensibler touristischer Erschließung eines geschützten, wertvollen Landschaftsraums mit beeindruckenden Landschaftsbildern", so das Experten-Urteil.

Hintergründe:
Undotierter Preis für das 6,8 Millionen-Projekt
Der Deutsche Landschaftsarchitekturpreis wird für herausragend gestaltete Freiräume und Gärten verliehen. Im Fokus steht die zeitgenössische Verknüpfung von Architektur und Landschaft.

Der Preis ist undotiert, Sieger erhalten eine Kunstskulptur. Baesweiler teilt sich den ersten Preis mit dem Projekt ULAP-Park in Berlin.