Carl Alexander Park (CAP)

„Es geht bergauf“ kündigt eine Steele am Eingang zum CarlAlexanderPark an. Hier ist ein regional bedeutsames Projekt Wirklichkeit geworden. Eine ehemalige Brache blüht auf, sie bietet Raum für Natur, Freizeit, Wohnen, Arbeiten, Forschen. „Es geht bergauf“ ist auch wortwörtlich gemeint: Tatsächlich überwinden Besucher exakt 80 Höhenmeter, wollen sie vom zentralen Bergplateau aus einen atemberaubenden Panoramablick genießen.

Nähern wir uns Schritt für Schritt. Der CarlAlexanderPark befindet sich am westlichen Rand der Stadt Baesweiler und erstreckt sich bis Übach-Palenberg. Nördlich und südlich ist er in Ackerflächen eingebettet. Von der Baesweiler Stadtmitte aus spaziert man in der Verlängerung der Carlstraße über eine breite Trasse  geradewegs auf den futuristisch anmutenden, roten Baukörper des „Bergfoyers“ im Park zu. Eingerahmt von roten Riesenschaukeln ist dieses Gebäude erster Informations-, Orientierungs- und Anlaufpunkt mit  Gastronomie. Das markante Bergfoyer liegt mittig auf einer neu geschaffenen Nord-Süd-Achse, die den Park als „Landschaftsader“ geographisch mit den Nachbarn Beeckfließ und Wurmtal verbindet. Die breite Ader ist mit originellen Spielgeräten und Sitzmöglichkeiten möbliert und schafft Raum für pulsierendes Leben. Sie lädt ein zum Verweilen, Schauen, Spazieren, Laufen, Radfahren. Sie ist darüber hinaus Startpunkt für alle Besucher, die nun den Haldenkörper näher erleben möchten.

Der Hügel wirkt faszinierend, man möchte ihn verstehen - und begehen. Beim Verstehen hilft zunächst ein  Blick in die Geschichte. Am etwa 80 Hektar großen Zechenstandort Carl Alexander wurde schon im frühen 20. Jahrhundert Steinkohle gefördert. Zwei Stahlwerke bezogen daraus ihre Energie, die Vornamen der beiden Direktoren verschmolzen im Namen der Zeche, die in Spitzenzeiten bis zu 3.600 Menschen Arbeit gab. 1975 machte sie dicht, Betriebsanlagen wurden abgebaut und das Gelände durfte nicht mehr betreten werden. Bis 2002 blieb es weitgehend sich  selbst überlassen. Gräser, Büsche, Bäume breiteten sich auf dem schwarzen Berg aus. Nutzungsideen wurden entwickelt und wieder verworfen, erst die EuRegionale 2008 brachte den Wendepunkt. Sie konzentrierte sich auf den Wandel der Bergbau-Folgelandschaften in der Aachener Nordregion, insbesondere die Halden und ehemaligen Betriebsflächen sollten aufgewertet und umgewidmet werden. Ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Prozess begann in Baesweiler – mit visionären und segensreichen Folgen. Der Haldenkörper ist heute die einzige größere zusammenhängende Waldfläche im Stadtgebiet. Besucher werden behutsam durch die Natur geführt. Im Vorgelände der Halde fanden Baufelder Platz, die Raum für Wohnen, Forschung und Ausbildung bieten. Die gelungene Gesamtplanung wurde 2009 mit dem deutschen Landschaftsarchitekturpreis ausgezeichnet. 

Kommen wir nun zum Begehen: Ein Haldenrundweg folgt der äußeren Parkbegrenzung. Die gut drei Kilometer lange Strecke führt am Jugendcamp mit Campbox und Freiflächen für zahlreiche Spiel- und Sportmöglichkeiten vorbeivorbei. Lichtungen, Gebüsche und Haine bieten immer neue Perspektiven und entfalten ihre ganz eigene und oft überraschende Wirkung vor der dominierenden Kulisse des Industriewaldes. Mehrere Ruheplätze können entlang des Rundwegs genutzt werden. Wer die Seele baumeln lassen möchte, findet Bänke, aber beispielsweise auch Hängematten oder Sitznester im Park.

Wer es hingegen abenteuerlicher und etwas anstrengender mag, steuert direkt das Bergplateau an. Startpunkt ist die Treppe im Bergfoyer, die den Besucher über eine ca. 25 Meter lange Hängebrücke in den „Schwebesteg“ führt, der später in die „Himmelsstiege“ übergeht. Was für ein erhabenes Gefühl! Teilweise durch Baumkronen hindurch geht man etwa sechs bis zehn Meter über der Erde den Hang aufwärts und erreicht das weite Bergplateau. Darauf ist es still, der Blick schweift in die Ferne, der Wind trägt Gedanken davon. Hier möchte man verweilen und ausruhen, um die Aussicht ins Naturschutzgebiet ausgiebig zu genießen. Genaues Hinsehen (gerne auch durch das Fernglas) lohnt sich, denn größtenteils ist die Halde ein wertvoller Rückzugsraum für seltene Tiere und Pflanzen. Wer sich mehr für Technik und Architektur interessiert, kommt ebenso auf seine Kosten. Die Brücken- und Wegekonstruktion zum Haldeplateau und die teils frei über der Abbruchkante schwebende Aussichtsplattform bietet Aha-Effekte und Fotomotive der besonderen Art. Zurück zum Bergfoyer gelangt man auf dem barrierefreien Bergpfad, der generell auch Besuchern mit Kinderwagen oder Rollstuhl den Weg zum Aussichtspunkt ebnet. Hierbei sollte man unbedingt einen Abstecher zum Vista-Aussichtpunkt unternehmen. Von dort aus hat man einen herrlichen Rundblick über die im Boden befindliche Römerstraße Via Belgica.

Der Park ist bei freiem Eintritt ganzjährig geöffnet. Über besondere Veranstaltungen informiert die Homepage der Stadt Baesweiler.