Mit der Mitfahrerbank durch Baesweiler

Noch zum Ende des vergangenen Jahres wurde die letzte Mitfahrerbank in Baesweiler fertig. Insgesamt sieben Stück sind aufgestellt worden, um die jeweiligen Ortsteile miteinander zu verbinden. Die Idee, die dem Konzept zugrunde liegt, ist einfach und eigentlich alt bekannt – sich untereinander im Dorf helfen und nicht im Regen stehen lassen.

Die Person, die mitgenommen werden möchte, setzt sich auf eine der Bänke. Zudem kann ein Schild aufgeklappt werden, um das Ziel anzugeben. So weiß der Fahrer des verbeifahrenden PKWs durch die Beschilderung direkt, wo die Reise hingehen soll. Aufgrund der Anregungen aus der Bevölkerung werden noch weiße Schilder eingefügt. Diese zeigen an, dass man die Bank gerade nur zum Ausruhen nutzen möchte.

Die Bänke befinden sich möglichst entlang von häufig frequentierten Ausgangsstraßen, die fußläufig gut zu erreichen sind. So steht die Bank in Oidtweiler am Sportplatz, in Beggendorf an der Goethestraße/Höhe Ringofen, in Floverich an der Ecke Willibrodstraße/Fließstraße, in Loverich an der Kirche entlang der Josefstraße und in Puffendorf an der Aldenhovenerstraße/Höhe Jan-van-Werth-Straße.

In Setterich sowie in Baesweiler selbst wurden die Bänke möglichst zentral in der Nähe von Einkaufsmöglichkeiten platziert, um so die neuen Standorte wie den Feuerwehrturm und den neuen Markt in Setterich zusätzlich anzubinden. Weiterhin ist an diesen Stellen, Hauptstraße in Setterich und Petersstraße am Volkspark in Baesweiler, davon auszugehen, dass viele Fahrzeuge mit unterschiedlichen Zielrichtungen vorbeifahren, um die Bürgerinnen und Bürger wieder zurück in ihre jeweiligen Ortsteile mitzunehmen.

Die Kosten für die Bänke sowie das Material für die Schilder belaufen sich auf knapp 9.000 Euro. Die Konzipierung der extra angefertigten Schilder und die Montage der Bänke haben die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs übernommen.

Erste positive Resonanz gab es bereits von zwei Jungschützen aus Floverich. Die Jungs, müde von einer Müllsammelaktion waren einfach nur froh, sich setzen zu können, um auf das Müllfahrzeug zu warten. Doch in der Wartezeit von einer knappen halben Stunde hielten bereits fünf Wagen mit bekannten Gesichtern an, um die Jungs mit nach Baesweiler zu nehmen. Dieses Ziel war nämlich zufällig aufgeschlagen. Die Jungschützen staunten nicht schlecht über so viel Hilfsbereitschaft und wollen das System nun zukünftig nutzen.

Das Konzept beruht auf der Idee der Nachbarschaftshilfe und der Freiwilligkeit. Gerade in den kleineren und etwas abseits gelegenen Ortsteilen kennt man sich meist untereinander und hilft sich gern. Die Mitfahrerbank soll das nachbarschaftliche Engagement weiter unterstützen. Beispielsweise wird die ältere Dame von nebenan gerne mitgenommen. Doch dazu muss diese sich melden. Hier sollen die Bänke eine vermittelnde Funktion übernehmen und die Nachbarn näher zusammenbringen – ein Gewinn für beide Seiten.

Durch die gemeinsame Fahrt wird außerdem ein Beitrag für den Klimaschutz geleistet. Bei jedem gefahrenen Kilometer werden Emissionen frei. Fährt man gemeinsam und lässt einen Wagen stehen, können so giftige Gase sowie Lärm gemindert werden.

Die Mitfahrgelegenheiten werden sicherlich kein Massentransportmittel und sollen schon gar nicht den Busverkehr ersetzen: Sie bieten jedoch eine zusätzliche Möglichkeit und fördern die Mobilität sowie das (soziale) Klima in den jeweiligen Ortsteilen. Die Mitfahrbänke bieten ein alternatives Konzept, dass vor allem für die älteren Bürger eine zusätzliche Möglichkeit der Fortbewegung darstellt und gerade die Außenorte, die nicht so gut an den ÖPNV angebunden sind, und die größeren Ortsteile und die Zentren verbindet. Sie sind als Ergänzung zu verstehen und ein kostenloses Angebot, welches von Bürgern für Bürger initiiert wird und von der Beteiligung aller lebt.

Die Glühwürmchen sind los

Verkehrsberuhigung an der Grengrachtschule und dem Kath. Teilstandort Beggendorf

Zum Abschluss des letzten Jahres fand an der Grengrachtschule, wie bereits seit vielen Jahren, der Aktionstag „Glühwürmchen“ statt. Auch in diesem Jahr waren wieder alle Kinder mit vollem Eifer dabei und verwandelten sich auf dem morgendlichen Schulweg in leuchtend funkelnde „Glühwürmchen“. Dazu wurde die Sicherheitsweste- oder der Kragen durch viele weitere Accessoires wie etwa Lichterketten, Reflektoren und blinkende Gegenstände ergänzt und daraus ein komplettes Kostüm entworfen. 

Dieser ganz besondere Tag, an dem die Klimaschutzbeauftragte Caprice Mathar dieses Jahr zum ersten Mal teilnehmen durfte, findet jährlich im Rahmen des Programms „Verkehrszähmer“ statt. Sie staunte nicht schlecht über die kreativen Einfälle. Gemeinsam mit Vertretern der Lehrerschaft und der Polizei durfte sie die Kostüme bewerten. Hier war der Kreativität der Schüler keine Grenzen gesetzt und die Entscheidung fiel nicht leicht.

Das Programm „Verkehrszähmer“ wurde durch die Lehrerin Angela Baker-Price ins Leben gerufen und soll dazu dienen, Elternverkehre an Schulen zu vermeiden und dadurch den Schulweg sicherer zu machen. Die Kinder können dadurch ihren Schulweg selbst gestalten und dort viel erleben. Das Programm ist langfristig angesetzt und soll eine andauernde Verhaltensänderung, sowohl bei den Kindern, als auch den Eltern bewirken.

Nicht nur für die Klimaschutzbeauftragte war der Tag eine Premiere. Gleiches galt für die Schüler der Grundschule in Beggendorf, die seit diesem Jahr die Verkehrszähmer eingeführt haben. Auch hier kreierten die Schüler tolle Kostümideen.

Ein wahrer Höhepunkt an beiden Tagen war der Besuch vom Nikolaus, der durch die ganzen Lichter zusammen mit Knecht Ruprecht von seinem Schlitten aus auf das glitzernde Treiben aufmerksam geworden war. Die Kinder schimpften die beiden ganz schön aus und Knecht Ruprecht wurde zu seiner Sicherheit komplett mit Warnweste und Blinkies ausgestattet.

Jedoch nicht nur aus dem Aspekt der Verkehrssicherheit und des Trainings für Kinder heraus ist dieses Programm ein Erfolg. Darüber hinaus leistet es auch einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Im folgenden Jahr möchte die Stadtverwaltung das Thema Verkehrsvermeidung bei den jungen Bürgern noch weiter festigen. Im Rahmen des integrierten Handlungskonzeptes werden sogenannte Kinderstreifzüge, gefördert und unterstützt durch das Zukunftsnetzwerk Mobilität und der Agentur „Stadtkinder“ aus Dortmund, stattfinden. Gemeinsam mit der Verwaltung können die Kinder dann ihren Schulweg ablaufen und auf Gefahren hinweisen, die einen sicheren Schulweg verhindern. Dadurch können auch schon die jungen Bürger der Stadt aktiv in die Gestaltung ihrer Stadt eingreifen.

Mobil.Pro.Fit: Emissionsarm und klimafreundlich zur Arbeit

Die Stadtverwaltung macht es vor 

Die Stadt möchte Vorbild werden und zeigt wie es geht. Im gemeinsamen Projekt „Mobil.Pro.Fit.“, unter anderem mit der StädteRegion Aachen, der Industrie- und Handelskammer sowie dem Aachener Verkehrsverbund, ist es das Ziel, sowohl die Betriebskosten für die Mobilität der Mitarbeiter, als auch den CO2-Ausstoß der Verwaltung insgesamt zu senken und durch dieses Engagement ein klares Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. 

Ein erster Schritt ist nun getan! Zu Beginn des Projektes wurden die Mitarbeiter bezüglich ihres Verhaltens befragt: Wie kommen Sie zur Arbeit? Wie erledigen Sie ihre Dienstfahrten? Wie weit wohnen Sie von Ihrem Arbeitsort entfernt? Was hindert Sie daran, mit dem Rad oder zu Fuß zu kommen? Insgesamt wurden an vier verschiedenen Standorten der Stadtverwaltung Baesweiler (Rathaus Baesweiler, Rathaus Setterich, Internationales Technologie- und Servicezentrum, Bauhof) 157 Mitarbeiter befragt. Zusammen stoßen diese mit ihren Fahrzeugen rund 77 Tonnen CO2 auf ihrem Weg zur Arbeit und zurück sowie bei Dienstfahrten aus. Aufgrund der Fahrten mit dem privaten Fahrzeug für den Außendienst entstehen zudem hohe Kosten für die Verwaltung. Das Auto stellt generell das dominierende Verkehrsmittel dar, obwohl die Mehrheit der Mitarbeiter in einem Radius von 5 km zu ihrem Arbeitsort wohnt. Viele gaben an, dass ein Fahrzeug aber unerlässlich für die Bewältigung ihres Tagesgeschäfts sei (Einkauf, Abholen von Kindern, Aktentransport). 

Gemeinsam mit den weiteren Projektpartnern wurden in Workshops verschiedene Themenfelder wie die Dienstfahrten der Mitarbeiter aber auch die Arbeitswege behandelt und Anregungen gesammelt, wie diese Strecken klimafreundlich zu bewältigen sind. Mit einem Berater der BAUM Consult GmbH wurden entsprechende Maßnahmen vor Ort gemeinsam mit den Mitarbeitern entwickelt. Diese sollen 2017 umgesetzt werden. 

Ein Ansatz, um eine Verlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsmedien zu erwirken, ist der Aufbau eines Fahrzeugpools. Dadurch sollen die Fahrten mit den privaten Fahrzeugen der Mitarbeiter vermieden bzw. verringert werden, sodass sowohl der CO2-Ausstoß der Stadtverwaltung, als auch ein wesentlicher Kostenpunkt reduziert werden kann. 

Während der Projektphase wurde außerdem getestet und von den Mitarbeitern positiv aufgenommen, ob E-Fahrzeuge eine Option für den Einsatz in der Verwaltung darstellen. Insbesondere für Fahrten innerhalb des Stadtgebietes und der StädteRegion Aachen bietet sich die Nutzung eines e-mobilen Fahrzeuges an. Nach erfolgreicher Bewilligung von entsprechenden Fördergeldern werden für die Stadt im Jahr 2017 drei E-Fahrzeuge angeschafft. Allein durch diese Maßnahme können Mobilitätskosten um ein Drittel gesenkt werden. 

Weitere Maßnahmen befinden sich aktuell in der Absprache. Sie haben jedoch alle zum Ziel, den Rad- und Fußverkehr zu stärken, sodass das Auto auch einmal stehen bleiben kann. 

Der Prozess einen aktiven Klimaschutz in der Stadtverwaltung zu betreiben, soll in die erfolgreiche Auszeichnung durch das Prüfungsgremium von Mobil.Pro.Fit. münden. Ein erster Schritt ist gewagt. Zukünftig sollen auch weitere Arbeitsbereiche der Verwaltung hinterfragt und nachhaltig gestaltet werden.