Mobil und fit für den Klimaschutz

Die Stadt macht es vor 

Bereits seit einigen Jahren setzt sich die Stadt Baesweiler aktiv für den Klimaschutz ein. Insbesondere bei der energetischen Sanierung kann sie auf Erfolge sowie Auszeichnungen verweisen. Doch auch im Bereich Mobilität gehen die Stadt und ihre Mitarbeiter als Vorbild voran und wurden nun ausgezeichnet! 

Im Rahmen des Projektes „Mobil.Pro.Fit“, welches bundesweit in 11 Modellregionen im Zeitraum von 2015 bis 2017 stattgefunden hat, wurde die Mobilität der Mitarbeiter untersucht sowie nach Lösungsansätzen für eine Minimierung der Emissionen aber auch der Kosten gesucht – und gefunden! 

Am 6. Juli 2016 fand der Auftakt für die 2. Runde statt, an der neben der Stadtverwaltung Baesweiler, die Stadt Aachen, die StädteRegion Aachen, die Industrie- und Handelskammer, der Aachener Verkehrsverbund, die Stadtverwaltung Stolberg und die RegioEntsorgung teilnahmen. Gemeinsam wurden in Workshops verschiedene Themenfelder wie die Dienstfahrten der Mitarbeiter aber auch die Arbeitswege behandelt und Anregungen gesammelt, diese Strecken klimafreundlich zu gestalten. 

Mit dem Berater Dr. Nico Marke der B.a.u.m Consult GmbH wurden entsprechende Maßnahmen vor Ort gemeinsam mit den Mitarbeitern in Baesweiler entwickelt. Hierzu wurden die insgesamt 157 Mitarbeiter befragt und eine Kostenabschätzung durchgeführt. Schnell wurde klar, dass „wir unseren Mitarbeitern eine Möglichkeit bieten müssen, während der Dienstzeit mobil zu sein, sodass der Weg zur Arbeit nicht zwingend mit dem privaten PKW zurückgelegt werden muss,“ hält Iris Tomczak-Pestel, technische Dezernentin, fest. 

Eine Maßnahme, die sich daher aus dem Projekt ergab, ist der Aufbau eines Fuhrparks. Über Fördermittel werden zwei E-Fahrzeuge angeschafft, die ab Sommer 2017 den Mitarbeitern zu Verfügung stehen sollen. Auch der Personalrat war eng in die Maßnahmenerstellung eingebunden und unterstützte das Projekt wie auch die einzelnen Maßnahmen. 

Mobil.Pro.Fit war ein guter Ansatz und ein erster Schritt ist gemacht, Emissionen zu verringern „Wir werden auch zukünftig auf eine nachhaltige Mobilität setzen und unsere Mitarbeiter dahingehend unterstützen“, so Iris Tomczak-Pestel. Insgesamt erhofft sich die Stadt durch die Vielzahl an Maßnahmen 9 Tonnen CO2 sowie 12.000 € jährlich einzusparen.

Das Gründachkataster der StädteRegion Aachen ist online

Eignet sich mein Dach für eine Begrünung?

Auf diese Frage weiß das Gründachpotenzialkataster der StädteRegion Aachen nun eine Antwort. Für jedes Dach stellt es dar, ob die Dachfläche für ein Gründach geeignet ist. Wie auch im Solarpotenzialkataster, ist durch eine farbliche Kennzeichnung die Eignung für jedes Gebäude sofort sichtbar.

Begrünte Dächer sehen nicht nur gut aus ... sie leisten viel mehr!

Gründächer wirken sich positiv auf Mensch, Umwelt und Gebäude aus, denn sie führen zu einer Verbesserung des Stadtklimas. So leisten sie einen Beitrag zum Klimaschutz, zur Klimaanpassung und schützen die biologische Vielfalt eines Raumes.

Wieso trägt ein Gründach zum Klimaschutz bei?

Speziell in dichtbesiedelten Gebieten mit enger Bebauung bieten Gründächer die Möglichkeit, zusätzliche Grünflächen zu schaffen. Sie tragen dazu bei, das Stadtklima zu verbessern und entlasten darüber hinaus durch zusätzlichen Regenwasserrückhalt die Kanalisation. Daher können sie zu einer Reduzierung der Abwassergebühren führen.

Die möglichen Einsparungen der Abwassergebühren werden durch das Gründachkataster berechnet und für jedes Dach aufgezeigt (Stand 2015). Für die Bewohner von Gebäuden mit begrünten Dächern ergeben sich zudem weitere Vorteile: wie z. B. die Reduzierung der Energiekosten, als Folge eines verbesserten Dämmung und eine lärmreduzierende Wirkung. Zusätzlich bieten die Grünflächen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum und sorgen für die Filterung von Staub sowie Schadstoffen in der Luft.

Optimale Nutzung von Dachflächen durch die Kombination von Energie und Grün

Wer ein Gründach errichten möchte, muss nicht zwingend auf eine Photovoltaikanlage oder Regenwasserrückhalt verzichten. Diese Techniken können kombiniert werden und gemeinsam helfen, dass Klima zu schützen.

Wo finde ich das Kataster?

Ab sofort ist es unter der Adresse www.staedteregion-aachen.de/gruendachkataster erreichbar.

Mit der Mitfahrerbank durch Baesweiler

Noch zum Ende des vergangenen Jahres wurde die letzte Mitfahrerbank in Baesweiler fertig. Insgesamt sieben Stück sind aufgestellt worden, um die jeweiligen Ortsteile miteinander zu verbinden. Die Idee, die dem Konzept zugrunde liegt, ist einfach und eigentlich alt bekannt – sich untereinander im Dorf helfen und nicht im Regen stehen lassen.

Die Person, die mitgenommen werden möchte, setzt sich auf eine der Bänke. Zudem kann ein Schild aufgeklappt werden, um das Ziel anzugeben. So weiß der Fahrer des verbeifahrenden PKWs durch die Beschilderung direkt, wo die Reise hingehen soll. Aufgrund der Anregungen aus der Bevölkerung werden noch weiße Schilder eingefügt. Diese zeigen an, dass man die Bank gerade nur zum Ausruhen nutzen möchte.

Die Bänke befinden sich möglichst entlang von häufig frequentierten Ausgangsstraßen, die fußläufig gut zu erreichen sind. So steht die Bank in Oidtweiler am Sportplatz, in Beggendorf an der Goethestraße/Höhe Ringofen, in Floverich an der Ecke Willibrodstraße/Fließstraße, in Loverich an der Kirche entlang der Josefstraße und in Puffendorf an der Aldenhovenerstraße/Höhe Jan-van-Werth-Straße.

In Setterich sowie in Baesweiler selbst wurden die Bänke möglichst zentral in der Nähe von Einkaufsmöglichkeiten platziert, um so die neuen Standorte wie den Feuerwehrturm und den neuen Markt in Setterich zusätzlich anzubinden. Weiterhin ist an diesen Stellen, Hauptstraße in Setterich und Petersstraße am Volkspark in Baesweiler, davon auszugehen, dass viele Fahrzeuge mit unterschiedlichen Zielrichtungen vorbeifahren, um die Bürgerinnen und Bürger wieder zurück in ihre jeweiligen Ortsteile mitzunehmen.

Die Kosten für die Bänke sowie das Material für die Schilder belaufen sich auf knapp 9.000 Euro. Die Konzipierung der extra angefertigten Schilder und die Montage der Bänke haben die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs übernommen.

Erste positive Resonanz gab es bereits von zwei Jungschützen aus Floverich. Die Jungs, müde von einer Müllsammelaktion waren einfach nur froh, sich setzen zu können, um auf das Müllfahrzeug zu warten. Doch in der Wartezeit von einer knappen halben Stunde hielten bereits fünf Wagen mit bekannten Gesichtern an, um die Jungs mit nach Baesweiler zu nehmen. Dieses Ziel war nämlich zufällig aufgeschlagen. Die Jungschützen staunten nicht schlecht über so viel Hilfsbereitschaft und wollen das System nun zukünftig nutzen.

Das Konzept beruht auf der Idee der Nachbarschaftshilfe und der Freiwilligkeit. Gerade in den kleineren und etwas abseits gelegenen Ortsteilen kennt man sich meist untereinander und hilft sich gern. Die Mitfahrerbank soll das nachbarschaftliche Engagement weiter unterstützen. Beispielsweise wird die ältere Dame von nebenan gerne mitgenommen. Doch dazu muss diese sich melden. Hier sollen die Bänke eine vermittelnde Funktion übernehmen und die Nachbarn näher zusammenbringen – ein Gewinn für beide Seiten.

Durch die gemeinsame Fahrt wird außerdem ein Beitrag für den Klimaschutz geleistet. Bei jedem gefahrenen Kilometer werden Emissionen frei. Fährt man gemeinsam und lässt einen Wagen stehen, können so giftige Gase sowie Lärm gemindert werden.

Die Mitfahrgelegenheiten werden sicherlich kein Massentransportmittel und sollen schon gar nicht den Busverkehr ersetzen: Sie bieten jedoch eine zusätzliche Möglichkeit und fördern die Mobilität sowie das (soziale) Klima in den jeweiligen Ortsteilen. Die Mitfahrbänke bieten ein alternatives Konzept, dass vor allem für die älteren Bürger eine zusätzliche Möglichkeit der Fortbewegung darstellt und gerade die Außenorte, die nicht so gut an den ÖPNV angebunden sind, und die größeren Ortsteile und die Zentren verbindet. Sie sind als Ergänzung zu verstehen und ein kostenloses Angebot, welches von Bürgern für Bürger initiiert wird und von der Beteiligung aller lebt.

Die Glühwürmchen sind los

Verkehrsberuhigung an der Grengrachtschule und dem Kath. Teilstandort Beggendorf

Zum Abschluss des letzten Jahres fand an der Grengrachtschule, wie bereits seit vielen Jahren, der Aktionstag „Glühwürmchen“ statt. Auch in diesem Jahr waren wieder alle Kinder mit vollem Eifer dabei und verwandelten sich auf dem morgendlichen Schulweg in leuchtend funkelnde „Glühwürmchen“. Dazu wurde die Sicherheitsweste- oder der Kragen durch viele weitere Accessoires wie etwa Lichterketten, Reflektoren und blinkende Gegenstände ergänzt und daraus ein komplettes Kostüm entworfen. 

Dieser ganz besondere Tag, an dem die Klimaschutzbeauftragte Caprice Mathar dieses Jahr zum ersten Mal teilnehmen durfte, findet jährlich im Rahmen des Programms „Verkehrszähmer“ statt. Sie staunte nicht schlecht über die kreativen Einfälle. Gemeinsam mit Vertretern der Lehrerschaft und der Polizei durfte sie die Kostüme bewerten. Hier war der Kreativität der Schüler keine Grenzen gesetzt und die Entscheidung fiel nicht leicht.

Das Programm „Verkehrszähmer“ wurde durch die Lehrerin Angela Baker-Price ins Leben gerufen und soll dazu dienen, Elternverkehre an Schulen zu vermeiden und dadurch den Schulweg sicherer zu machen. Die Kinder können dadurch ihren Schulweg selbst gestalten und dort viel erleben. Das Programm ist langfristig angesetzt und soll eine andauernde Verhaltensänderung, sowohl bei den Kindern, als auch den Eltern bewirken.

Nicht nur für die Klimaschutzbeauftragte war der Tag eine Premiere. Gleiches galt für die Schüler der Grundschule in Beggendorf, die seit diesem Jahr die Verkehrszähmer eingeführt haben. Auch hier kreierten die Schüler tolle Kostümideen.

Ein wahrer Höhepunkt an beiden Tagen war der Besuch vom Nikolaus, der durch die ganzen Lichter zusammen mit Knecht Ruprecht von seinem Schlitten aus auf das glitzernde Treiben aufmerksam geworden war. Die Kinder schimpften die beiden ganz schön aus und Knecht Ruprecht wurde zu seiner Sicherheit komplett mit Warnweste und Blinkies ausgestattet.

Jedoch nicht nur aus dem Aspekt der Verkehrssicherheit und des Trainings für Kinder heraus ist dieses Programm ein Erfolg. Darüber hinaus leistet es auch einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Im folgenden Jahr möchte die Stadtverwaltung das Thema Verkehrsvermeidung bei den jungen Bürgern noch weiter festigen. Im Rahmen des integrierten Handlungskonzeptes werden sogenannte Kinderstreifzüge, gefördert und unterstützt durch das Zukunftsnetzwerk Mobilität und der Agentur „Stadtkinder“ aus Dortmund, stattfinden. Gemeinsam mit der Verwaltung können die Kinder dann ihren Schulweg ablaufen und auf Gefahren hinweisen, die einen sicheren Schulweg verhindern. Dadurch können auch schon die jungen Bürger der Stadt aktiv in die Gestaltung ihrer Stadt eingreifen.